Qualitätsmanagement

Die Mitarbeiter der Akademie für Gesundheitsberufe Rheine richten sich in ihrer Arbeit an einem christlich- humanistischen Wertesystem aus. Dementsprechend unterliegt das Miteinander in der Akademie dem Bewusstsein sozialer Verantwortung, der Anerkennung der Individualität von Menschen sowie dem Respekt und der Wertschätzung gegenüber jedem Menschen, unabhängig seiner Stellung innerhalb der Organisation.

Die Akademie für Gesundheitsberufe Rheine orientiert sich an den Leitgedanken der Mathias-Stiftung Rheine und setzt mit ihrer Qualitätspolitik einen Rahmen zum Festlegen und Bewerten von Qualitätszielen. Folgend sind referatsübergreifende Qualitätsziele aufgeführt, die zum einen die kontinuierliche Qualitätsarbeit abbilden und zum anderen Ziele für die Jahre 2018/2019 abbilden. Referatsinterne Qualitätsziele werden mit den jeweiligen Referatsleitungen im Rahmen von Mitarbeitergesprächen mit der Akademieleitung prospektiv für jeweils 2 Jahre festgelegt. Neben Berücksichtigung des Qualifizierungsgrad der Mitarbeiter, Be- und Auslastungsgrad werden erforderliche Ressourcenplanungen zur Erreichung der Qualitätsziele besprochen.

1.   Entwicklungs- und kompetenzorientierte Aus-, Fort- und Weiterbildung (DIN EN ISO 4.2, 8.2.1-8.2.4, 9.1.2)

Aus unserem Verständnis heraus betrachten wir die Lernenden als Persönlichkeiten in einem gemeinsamen Lehr-/Lernprozess. Die Lernenden sollen die Aus-, Fort- oder Weiterbildungszeit als eine persönlichkeits- und kompetenzfördernde Lebenszeit erleben und mit gestalten. Darum ist die Förderung personaler Kompetenz, die Entwicklung theoriebasierter problemlösungs- und analytischer Kompetenz sowie handlungspraktische Fähigkeiten als wechselseitige Prozesse konzipiert.

Messbare Qualitätsziele:

Gute Bewertungen der Bildungsformate der Akademie seitens der Lernenden: Als Kennzahl in einer Reihe von 1-6 (sehr gut bis sehr schlecht); dabei gilt eine Note 3 als Mindestgröße. Die Bewertung durch die Lernenden wird nach Abschluss der Bildungsmaßnahme durchgeführt. Die jeweiligen Referatsleitungen initiieren die Bewertung.

Gute Bewertungen der internen und externen Dozenten durch die Bildungsteilnehmer: Als Kennzahl gilt eine 3 als Mindestgröße. Alle neuen Dozenten werden bewertet. Dozenten die länger in der Lehre tätig sind, werden alle 2 Jahre bewertet. Bei Bewertungen schlechter als 3 wird das Gespräch mit dem Dozenten gesucht, Verbesserungspotentiale herausgearbeitet und eine Unterrichtshospitation vereinbart. Bei jedem neuen Dozenten wird eine Unterrichtshospitation anhand eines Hospitationsleitfadens durch die Referatsleitung oder Akademieleitung durchgeführt.

2.   Qualitätsorientierte Aus-, Fort- und Weiterbildung (DIN EN ISO 8.2, 9.1.3)

Der aus dem Bildungsauftrag resultierende Auftrag zur Aus-, Fort- und Weiterbildung ist eine Verpflichtung zur aktiven Beteiligung am aktuellen wissenschaftlichen Diskurs. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung ist auf die Vermittlung und den Gewinn von Handlungskompetenzen zur Lösung relevanter beruflicher Problemlagen ausgerichtet.

Messbare Qualitätsziele:

Eine hohe Qualität in den Bildungsformaten drückt sich durch eine gute Prüfungserfolgsquote aus: Als Mindestziel gelten durchschnittlich 70% bestandener Prüfungen. Die Abbrecherquote zeigt eine gute Begleitung/Anleitung während der Bildungsmaßnahme und eine funktionierende Auswahl von Bewerbern: Eine Abbrecherquote unter 30% soll erreicht werden und wird nach Abschluss der Bildungsmaßnahme von der Referatsleitung erhoben.

3.   Kompetente und verantwortungsbewusste Mitarbeiter (DIN EN ISO 7.1.3)

Die Mitarbeiter der Akademie für Gesundheitsberufe Rheine sind nicht nur fachlich und durch personale und soziale Kompetenzen für ihr Aufgabengebiet qualifiziert. Sie übernehmen auch Verantwortung für ihr Handeln. Über die Identifikation mit den Zielen der Akademie entwickeln die Mitarbeiter eine hohe Motivation, unter soziopsychologischen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten verantwortungsvoll zusammenzuarbeiten.

Messbare Qualitätsziele:

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter, deren Fortbildungs- und Unterstützungsbedarf wird im Rahmen eines Mitarbeitergespräches mit der Akademieleitung alle 2 Jahre erhoben. Mittels Mitarbeitergesprächsbogen erfolgt die Beurteilung der Arbeitssituation durch den Mitarbeiter und durch den Akademieleiter vor dem jeweiligen Gespräch. Termine werden jeweils im ersten Quartal des Jahres, indem das Gespräch stattfinden soll, geplant.

4.   Förderung der Qualifikation und Fähigkeiten unserer Mitarbeiter im Hinblick auf Veränderungen im Gesundheitswesen, sofern diese für unser Angebotsspektrum erforderlich sind (DIN EN ISO 7.1.2 – 7.1.5)

Im Zusammenhang mit Leistungserweiterungen ermitteln wir den notwendigen Bildungsbedarf und ermöglichen die Teilnahme an internen und externen Fort- und Weiterbildungen. Themenvorschläge seitens der Mitarbeiter sind ausdrücklich erwünscht. Das Mitarbeitergespräch ist in Punkt 3 beschrieben. Zur Sicherstellung der Qualifikation innerhalb der Institution sind von jedem Mitarbeiter einmal jährlich Pflichtfortbildungen gefordert. Diese werden durch ein E-Learning Modul vorbereitet und teilweise in praktischen Seminaren vertieft. Pflichtfortbildungen sind: Reanimation (plus praktisches Seminar), Datenschutzverordnung, Hygiene, Umgang mit Gefahrenstoffen und Brandschutz (plus praktisches Seminar).

Die Referatsleitungen sind Mitglieder spezifischer Fachgesellschaften und erhalten, nach Absprache mit der Akademieleitung, die Möglichkeit Fachkongresse, Fachtagungen und fachbezogene Arbeitstreffen zu besuchen. Veränderungen im Gesundheitswesen, die die jeweiligen Referate betreffen, werden im Rahmen der 14 tägigen Teamsitzung dargestellt und damit allen Mitarbeitern diese Informationen zur Verfügung gestellt.

Messbare Qualitätsziele:

Fort- und Weiterbildungszertifikate werden von jedem Mitarbeiter als Kopie in den Ordner: „Mitarbeiter Fortbildungen“ abgeheftet (Standort Sekretariat). Die Pflichtfortbildungen werden jeweils zum September eines Jahres von der Akademieleitung kontrolliert. Fehlende Nachweise werden beim jeweiligen Mitarbeiter angefordert.

Fachspezifische Fortbildungen werden prospektiv im Rahmen der Mitarbeitergespräche geplant. Die Eingabe der erhaltenden Zertifikate und die Rückmeldung relevanter Inhalte werden vom Mitarbeiter erbracht, die Kontrolle erfolgt durch die Akademieleitung.

5.   Berücksichtigung der Interessen der Auftraggeber (Bestandteil der interessierten Parteien) im Hinblick auf die von uns erbrachten Leistungen und unsere Leistungsangebote (DIN EN ISO 8.3.2, 8.4.3, 8.5.2)

Das Leistungsangebot der Akademie für Gesundheitsberufe wird kontinuierlich überarbeitet und an die Erfordernisse des Gesundheitswesens und den Anliegen der interessierten Parteien angepasst.

Wir begrüßen Anregungen und Vorschläge von außen und integrieren diese als Innovationspotenzial in unseren kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Messbare Qualitätsziele:

Ein Kriterium für qualitativ hochwertige und akzeptierte Bildungsformate ist eine hohe Vermittlungsquote der Absolventen von Bildungsmaßnahmen: Die Quote der Absolventen, die innerhalb eines ½  Jahres nach dem Abschluss neu entwickelter Bildungsmaßnahmen eine Anstellung erhält soll bei 70% liegen. Das Verbleib der Absolventen wird während, direkt nach und ein ½ Jahr nach der Bildungsmaßnahme vom Referatsleiter überprüft.

Die Rückmeldungen der praktischen Ausbildungsstätten sind besonders wichtig für die Akademie und werden im Qualitätsziel 6 beschrieben.

6.   Zusammenarbeit mit unseren interessierten Parteien (DIN EN ISO 9.1.2)

In nationaler und internationaler sowie in regionaler und überregionaler Zusammenarbeit unterstützen wir den wissenschaftlichen Austausch. Dabei schaffen wir Verbindungen zwischen Lernorten der Theorie und Praxis. Mit den interessierten Parteien verbreitern wir die Bildungs-, Qualifikations- und Entwicklungsmöglichkeiten auf der Basis eines geteilten Wertesystems.

Messbare Qualitätsziele:

Aufnahme der Bedarfe der externen Partner erfolgt durch folgende Instrumente:

6.1  Einmal jährlich wird in den Referaten eine Marktanalyse durchgeführt um Angebot, Nachfrage, gesetzliche Änderungen oder geänderte Bedarfe aufzunehmen. Die Verantwortung obliegt den Referatsleitungen.

6.2  In Verantwortung der Referate liegt die Besichtigung der praktischen Lernorte. Hier werden Gespräche mit Verantwortlichen geplant um einen Austausch herzustellen und ggf. Bedarfe der Praxis aufzunehmen. Diese Vorortgespräche sind curricular gesteuert pro Bildungsteilnehmer geregelt. Beispiel: Im Rettungswesen werden die Leitstellen einmal pro Bildungsmaßnahme und Teilnehmer visitiert.

6.3  In Praxisorten die nicht visitiert werden, wird einmal jährlich ein Evaluierungsbogen in die Einrichtungen versandt und ausgewertet. Als Beispiel ist das Referat Diabetologie zu nennen, hier sind curricular keine Praxisbesuche vorgesehen und aufgrund der deutschlandweiten Ausdehnung der Praxisorte ein Besuch nicht möglich. 

7.   Fortlaufende Fehleranalyse und angemessene Korrekturmaßnahmen (DIN EN ISO 10)

Der konstruktive Umgang mit Kritik ist Baustein einer Qualitätsentwicklung im Sinne des „Best Practice“. Unter Einbindung aller Mitarbeiter in eine „lernende Organisation“ nehmen wir Rückmeldungen, etwaige Beschwerden und Verbesserungsvorschläge als Chance auf, um die erreichte Qualität zu überprüfen und ständig zu verbessern.

Messbare Qualitätsziele:

Alle Bildungsteilnehmer und externe Dozenten erhalten die Möglichkeit schriftliche Rückmeldungen (anonymisiert oder namentlich) auszufüllen und in den Einwurfkasten auf der ersten Etage Nähe der Information zu hinterlegen. Der Kasten wird zweimal wöchentlich von der Leitung der Akademie geleert und die Meldungen werden ausgewertet. Technische Defekte werden sofort weitergeleitet. Referatsbezogene Rückmeldungen werden an die Referatsleiter weitergeleitet, Akademie übergreifende Rückmeldungen werden in der gemeinsamen Teamsitzung aufgenommen.

Mit externen Dozenten besteht ein Austausch im Rahmen von referatsbezogenen Dozentenkonferenzen, die mindestens einmal jährlich stattfinden. Hier ist neben dem fachlichen Austausch Raum für Verbesserungen und Kritik gegeben.

Einmal jährlich wird zur Dozentenfortbildung in die Akademie eingeladen. Die Fortbildungen haben zum Inhalt ein pädagogisches Thema zu Optimierung von Unterrichten zu vertiefen und bieten einen Rahmen des übergreifenden Austausches.

8.   Risikobasiertes Denken (DIN EN ISO 4.1, 6.1)

Die Anforderungen der interessierten Parteien werden kontinuierlich erfasst, bewertet und nach Möglichkeit berücksichtigt, damit das Qualitätsmanagementsystem die benannten Ergebnisse erzielen kann. Chancen und Risiken erfassen wir, um damit erwünschte Auswirkungen zu verstärken bzw. unerwünschte Auswirkungen zu verhindern. Das Konzept des risikobasierten Denkens soll die Akademie, initiativ zur Vermeidung oder Verringerung unerwünschter Ergebnisse und Förderung der fortlaufenden Verbesserung anregen. Das risikobasierte Denken ist ein kontinuierlicher Prozess.

Messbare Qualitätsziele:

Die Akademie hat zur Einschätzung der Risiken und Chancen das Instrument der Risikoanalyse schätzen gelernt und nutzt diese weiterhin, auch wenn die ISO 9001:2015 das nicht explizit als Instrument fordert.

Einmal jährlich wird eine Risikoanalyse systematisch durch die Akademieleitung und dem QMB durchgeführt.